20.09./21.09. Abreise – Aufenthalt – Ankunft – und irgendein Wort mit B

September 26, 2010

Ich konnte es selbst kaum glauben, als ich Montagmorgen gegen 5h Ortszeit Sao Paulo als LETZTER ins Bettchen fiel, war ich doch an den anderen Tagen immer der ERSTE gewesen, der seinen gemütlichen Schlafplatz aufgesucht hatte. Da haben sie alle wohl vorher schon ihr ganzes Pulver verschossen. Ich konnte in der letzten Tournacht nicht direkt Schlafen gehen,sondern fuhr mit Cartman erstmal noch eine befreundete Journalistin nach Hause (Cartman:“onlyfive minutes from here“). Nach einer Stunde waren wir dann wieder zurück und ich bin mir sicher jetzt JEDEN Stadtteil von Sao Paulo einmal kennengelernt zu haben. Wir unterhielten uns dann noch, wollten noch einen letzten Vodka trinken und landeten schließlich auf der untersten Terrasse; ich in der Hängematte, Cartman auf dem Tisch liegend und plauderten über die Tour und das dort Erlebte. Die Zeit verging wie im Flug, und nicht nur benebelt von dem Ausblick

auf Sao Paulo bei Nacht, legte ich mich scließlich pünktlich zum Sonnenaufgangin meine Matratze, die nach den drei Wochen nun endgültig die Form meiner embryonale Schlafposition angenommen hatte.
Nach einer kurzen Nacht schleppte ich mich aus dem Bett, ging duschen und packte meine Sachen. Soup und David waren schon auf den Beinen; Christian und besonders Damian taten sich da schon etwas schwerer. Christian durfte an diesem Tag auch mal etwas fertiger aussehen. Ihm gebührt mein ganzer Respekt. Das erste Mal mit einer Band überhaupt auf Tour, dann auch noch Brasilien und dann habe ich kaum ein missmutiges Wort von ihm gehört. Ich glaube von uns Allen hat er am wenigsten gejammert.
Nachdem wir es dann endlich geschafft haben, alles zu packen und uns fertig zu machen, hat Cartmans Mama noch versucht uns mit einem Essen – bestehend aus Reis und Bohnen – zu verführen. Wir lehnten dankend ab, da es unverantwortlich gewesen wäre Davids Herz weiter zu strapazieren, hätten wir uns noch länger in Cartmans Haus aufgehalten, anstatt pünktlich zum Flughafen zu kommen. Also mal wieder die Autos bis auf den letzten Winkel vollgepackt und auf zum Airport. Dort ging die Verabschiedung dann gewohnt herzlich zu, und ich glaube jeder von uns hatte feuchte Wangen nachdem uns  Cartmans Mama verabschiedet hatte – wir werden sie auch sehr vermissen!
Mit Gepäck bewaffnet suchten wir unsere Airline zum Check-In, um kurz danach die Suche nach einer guten Flasche Sekt aufzunehmen, die wir als Ritual vor jedem Flug zu trinken pflegen. Als wir bei der Security unsere Ausweise vorzeigen mussten, zögerte eine Dame vom Aufsichtspersonal nicht uns anzusprechen, und ein Foto mit uns zu verlangen. Ich war gerade durch die Kontrolle, als ich mitbekam, wie die junge Dame etwas von Band, MTV Brazil und Show erzählte, als ich begriff, dass sie uns meinte, weil sie uns wohl aus dem brasilianischen Musikfernsehen kannte. Ich konnte es kaum fassen, da wurden wir tatsächlich am Flughafen angesprochen, weil uns jemand aus dem Fernsehen erkannt hatte.
Diesen „Schock“ mussten wir erstmal bei einer guten (und vor allem teuren) Flasche Sekt verkraften. Doch nicht genug, kam die besagte junge Dame mit einem Kollegen im Schlepptau wieder auf uns zu und als ihr Kollege uns sah, schien auch er uns zu kennen und wir posierten abermals für ein Foto.  Spätestens hier wurde klar, dass bei allem Heimweh, was sich über die letzten drei Wochen angestaut hatte, wir Brasilien auf jeden Fall vermissen werden.
Das übliche Prozedere bestehend aus Gate suchen, Gate finden, warten, Gate öffnet, warten, Flugzeug betreten dürfen, Sitz finden etc. zog nur so an mir vorbei, sehnte ich mich doch nach einem kuscheligen Platz. Den sollte ich auch bekommen, mitsamt Kopfkissen, Decke und Entertainmentsystem ausgestattet. Also ab ins Filmland und danach ab ins Träumeland.
Der Flug verging – nunja wie soll ich es sagen – wie im Flug. Nach ein paar Filmen, leckerem Essen, kühlen Heineken/Grolsch und ein, zwei Tüten Schlaf wachten wir in London wieder auf. Dort zogen wir dann ein paar Schleifen über den Flughafen; ganz zur Belustigung von Damian, der auf dem Monitor den Flug verfolgte und dort eine saubere „Peniszeichnung“ erkennen konnte (Respekt an den Piloten).
quasi 21.09
Nach einer sanften aber verspäteten Landung machten wir uns  daran, zügig den Weg zum nächsten Gate und somit zu unserem letzten Flug  nach Amsterdam anzutreten. Dort angekommen war ich der erste in der Reihe, zeigte mein Ticket und wurde freundlich gebeten einen anderen Schalter aufzusuchen, weil wir zu spät dran seien, um Security und Check-In rechtzeitig passieren zu können. Wir schauten uns alle verdutzt an, kapierten aber schnell, dass der Flug, den Soup extra mit so wenig Aufenthalte wie möglich gebucht hatte, ja zu spät gelandet war und wir dadurch jetzt zu viel Zeit verloren hatten. Mit einem Mal wurde uns allen schlagartig klar, dass wir diesen Flug nicht mehr antreten konnten. Wir gingen zum gegenübergelegen Schalter, und Soup, dessen Stimmung kurz vor Gefrierpunkt war, versuchte nicht ausfallend zu werden, als der durchaus nette Mann am Schalter uns einen Flug für 16h anbot. Ziemlich genervt und von British Airways noch mit einem Gutschein abgespeist, gingen wir in die Richtung, die uns der Herr am Schalter gezeigt hatte entlang, mit der Hoffnung den Flughafen eventuell verlassen zu können, um die Zeit vielleicht noch für einen Kurztrip nach London nutzen zu können. Wir landeten im Security-check und ich spulten unser Kram-Ausziehen-und-alles-aufs-Band-legen-Programm ab. Dies endete damit, dass Damian halbnackt (Socken durfte er anlassen) abgescannt vor mir stand. Das hebte die Stimmung bei mir um ca. 0,5%, dank meinem Sinn für Schadenfreude.
Soup, Christian und Damian gingen nikotintechnisch nach dem 12Std-Flug auf dem Zahnfleisch und „Ich will einfach nur noch eine Rauchen!“ stand bei Ihnen ganz oben auf der Liste. Doch egal, wohin wir gingen und wen wir fragten, war überall das Ergebnis, dass wir den Flughafen nun nicht mehr verlassen durften und es hier auch keine Gelegenheit für  Raucher gäbe. Spätestens jetzt konnte man bei Soup schon die Wutadern auf der Stirn zählen. Nicht nur, dass wir hier festsaßen, nein, es gab auch KEINE Möglichkeit zu rauchen.
Resigniert suchten wir uns einen Platz zum Schlafen und legten uns schließlich auf unser Hab und Gut irgendwo zwischen die Leute, die beschäftigt durch die Halle eilten.
Ich wachte immer wieder auf, konnte die Zeit letztendlich aber doch ganz gut mit Schlafen überbrücken. Gegen 14h lösten wir unseren Gutschein dann noch gegen leckeres chinesisches Essen ein, gingen danach wieder Pennen und suchten – diesmal pünktlich – später unser Gate auf, um dann gegen 15:50h endlich boarden zu können.

Jeder von uns wollte nach dem langen Aufenthalt einfach nur nach Hause und so ließen wir noch diesen einen Flug über uns ergehen, um dann endlich in Amsterdam vom Shuttlebus zu unserem Bandbulli gebracht werden zu können und von dort aus dann noch die Heimreise nach Deutschland anzutreten. Natürlich nicht, ohne vorher den Süchtigen noch beim Rauchen von unzähligen Zigaretten zuzuschauen, die sie sich genussvoll anzündeten, nachdem sie aus dem Flughafen gespurten waren.  Unterwegs malten wir uns alle aus, was wir zu Hause wohl als erstes tun sollten. Es ist ja immer die schwierige Entscheidung zwischen erst Duschen, dann Essen oder umgekehrt, von der Option zunächst einmal mit der Liebsten über die Reise zu berichten mal ganz abgesehen.
Nach einer Autofahrt, die mir wie eine Ewigkeit vorkam, überquerten wir die Grenze nach Deutschland und kamen gegen 22.30h am Proberaum an. Damian stürzte sich direkt auf sein Drumset, das er die drei Wochen Brasi-Euqipment offensichtlich stark vermisst hatten. Wir bepackten Christian´s Auto mit unserem Kram, quetschten uns ganz brasilike mit Koffern zugestellt hinein und nun ging für mich die Reise direkt Richtung Heimatstadt Aachen.
Für Soup und Christian ging es weiter nach Köln wo die Reise nah zich stunden endete.

19.09 Santo André – Lollopalooza, Ferraz de Vasconcelos, Galpao Studio

September 26, 2010

Ein Tag eine Idee. Santos hatte mit seiner bisher besten Toilette in Brasilien bereits ordentlich gepunktet und es sollte wie gewohnt weiter hygienisch zugehen. Björn Gedankenblitz war zu spät. Im nächsten Jahr gibt es keinen Tourblog, sondern einen Bildband von den schönsten Aborten in ganz Brasilien. Dazu dann später mehr…

Aufgewacht in Wärme und Schweiß. Die Sonne meinte es wieder gut mit uns am letzten Showtag dieses Trips in ein fernes Land wo Milch und Honig fließen. Es ging nach tollem Frühstück hurtig ins Lollopalooza. Hier kam wieder ein großartiger Veranstalter auf die Idee 10 Bands an einem Tag spielen zu lassen und das ganze Clubshow zu nennen. Der Flyer mit Edding auf weißem Papier geschrammelt. Ich war zu Hause. Einige tolle Bands haben an diesem Tag gespielt. Stimmgeräte braucht man in Brasilien nicht. Da stimmt jeder sein Ding selbst und zusammen haben wir dann einen wunderschönes Zusammenspiel von unharmonischen Gitarren. Ein Ohrenschmaus von Bands, die das ganze Ding aber ernst meinen und wollen, darauf kommt es doch an! Der Raum füllte sich gut, als ich meinen Kram hochzimmerte und mal wieder 120volt auf dem Micro hatte. Ja, es war wieder soweit mein Thomann 2,49 Euro Windschutz, der auf dieser Tour „Lebensversicherung“ hieß, auf das Micro zu schrauben. Herrlich, nur noch kleine Stöße, wenn man zu nah drankommt. Es war heiß und die Leute sangen mit. Sagenhaft. Deutsche Sprache. Gupffalsturma!

Raus aus dem Puff, rein in den Van. Das pimpert in Brasil ja alles so vor sich hin und auf einmal schießen die dich auf 180, wenn es dann schon eine Stunde nach dem eigenlichen Bus-Call ist. Sagenhaft, nass im Bus, tolle Leute dabei.

1 1/2 Stunden fahrt. Angekommen in Ferraz de Vasconcelos. Das letzte Mal in Brasil 2010. Ein wenig Trauer. Der Club ein AZ. Riesig und alles mit einer Gitarrenbox beschallt. Bassamps gab es ja eh nie! Der Sound würde wieder toll werden. Aber so mag ich’s ja ;) . Hier war auch jene Toilette, die es auf Seite 3 im Bildband geschafft hätte. Eine Tür, von der nur noch ein Rahmen bestand, die man aber abschließen konnte. Draußen saßen Damen und schauten dir beim Sitzpinkeln zu. Es ging erstaunlicherweise ganz gut ;) . Leute waren trotz 12. Band an diesem Tag noch gut dabei. Es wurde mitgemacht und reichlich Shirts gekauft. Un ahhh, es gab Freibier für die Bands! Großartig!

Anschließend gab es nur noch einen Weg. Das letzte Mal Habib’s! Das letzte Mal! Wir entschieden uns die Merchkasse ein wenig zu plündern und für die ganze Crew 100 Bibfischas (Anmerkung Soup: Bibs`fiha ihr wisst…diese kleinen mini pizzas mait hack, huhn oder spinat) zu kaufen. Die Kassiererin wollte nicht ganz glauben aber hackte die Zahl in den Computer. Draußen gegessen, da die den Laden nach unserer Bestellung schließen wollten, gesellten sich einige hiesige Obdachlose zu uns, um mit uns zu speisen. Cartman sagte es wäre „dangerous here“. Wir fragten die Obdachlosen „are you normal?“ und dann war auch das Vertrauen hergestellt. Ein herrliches Mahl, unter Freunden und Leuten die ein Mahl verdient haben! Soup schenkte ihnen am Ende sogar noch die heiß verhandelte Flasche scharfe Sauce.

Gesättigt viel ich im Van in den Schlaf. Hatte ich mir doch fest vorgenommen heute Abend nicht ins Bett zu gehen, bevor die Flasche Vodka leer ist. Ich konnte sie nur noch anlächeln und schloss die Augen. Morgen nach Hause. British Airways haben doch Fernseher an den Sitzen, oder? Sicher David, gute Nacht Brazil!

18.09. Offday, Abschied DJ-Club

September 26, 2010

Langsam geht es dem Ende zu: Der letzte Off-Day vor der Rückreise. Der Morgen ist wie immer vom üblichen Wechsel aus Supermarkt, Internet und Frühstück geprägt. Doch O-HA! Heute wird nicht so ausgiebig gefrühstückt wie sonst und einige verweigern die Essensaufnahme gar ganz! Zur Feier des Tages (die da wäre mein Geburtstag) ist nämlich ein weiterer Besuch im berühmt-berüchtigten Vivano – Grill geplant. Da zählt jeder freier cm³  im Magen.

Im Vivano selbst spielt sich eigentlich das gleiche Prozedere wie beim letzten Mal ab. Einziger Unterschied: Wir wissen nun das schmackhafte Fleisch von dem besonders schmackhaften zu unterscheiden. Und so sagen wir diesmal auch das ein oder andere mal „Nein,Danke“ um auf die nächste Servierkraft zu warten, die einem einen 4 Kilo Spieß mit dem
favorisierten Teil des Rindes auf den Tisch stellen.

Alle sind kurz vor dem Platzen, als uns daheim noch ein weiterer Gaumenschmauß in Form eines Erdbeerkuchens von Cartmans Eltern auf den Tisch gestellt wird. Vorher gibt’s noch mein Band-Geschenk: Ein brasilianischer Playboy. IN 3D! Yeah! Nachdem alle einen Blick genossen haben, wagen sich einige noch an ein Stück des Kuchens. An dieser Stelle
nocheinmal ein Dankeschön für den Playboy und den Kuchen!

Abends geht’s dann noch in den DJ-Club in Sao Paulo City! Irgendwo an der Augusta Street gelegen entpuppt sich der Club als echtes Schmankerl:  Muse-DVD in Dauerschleife an der Bar, Tanzbereich nur mit Strobolicht belichtet. Auch hier weist besonders der Raucherbereich einen besonderen Charme auf: Ein Metallkäfig völlig frei an der Außenseite des Hauses hängend. Überwacht mit einer Videokamera, damit der Türsteher alle jene rausziehen kann die garnicht rauchen und nur frische Luft schnappen wollen. Also eine Kippe nach der Nächsten. Der Caipirinha stammt wie
immer aus der Hölle, noch nichtmal Limetten gibt’s, nur Cachaca auf Eis. Um vier Uhr nachts ist dann auch Ende, Habib’s braucht heute keiner mehr und daher geht’s direkt in die Haia. Ein schöner Geburtstag wars.

17.09. Rio? Nein? Santos?

September 26, 2010

Eigentlich sollte es an diesem Wochenende nach Rio de Janeiro gehen, doch der Jesus blieb uns diesmal verwährt. Leider gab es Probleme mit dem Promoter in Rio, da er wohl die Kohle für den Van nicht aufbringen konnte. Somit: 2 Shows in Rio cancelled

Doch Cartman tat sein Bestes um kurzfristig eine Ersatzshow zu besorgen, so geht es heute ins ca. 70km entfernte Santos um zusammen mit Rancore und einigen anderen brasilianischen Bands zu spielen.Den Nachmittag verbrachten wir damit durch Sao Caetano zu spazieren, ein leckeres Eis zu essen (1 brasilianische Kugel=4 deutsche Kugeln…und lecker wars!) und mit dem üblichen Internet Klimbim.

Der Van kam pünktlich eine Stunde zu spät an und ab geht’s über Schlaglöcher nach Santos. Als wir kurz vorm Laden waren, die Ansage von Cartman : „Hey guys, when we arrive we have not much time, just load out the stuff and go directly to stage“ Alle waren begeistert…war unser Vorschlag nicht gewesen ein paar Stunden früher loszufahren? Naja das war aus irgendeinem Grund, den wohl nur Brasilianer verstehen nicht möglich, akzeptieren und nicht fragen….
Am Laden angekommen beginnen alle den Stuff auszuladen, natürlich mit deutscher Schnelligkeit…die Ansage war klar. Doch dann kam es wie es immer kam, brasilianische Ansagen ändern sich eben auch mal schnell. Cartman sprach mit dem Promoter, dieser sagte: „Nono you have time, there is 4 Bands before you because the PA arrived much to late“ also das Ausladetempo verringert und in den Laden geschaut. Es war eine riesige Halle die uns alle etwas in die Gesamtschule in …ääähmm…wo waren wir da noch, erinnerte, nur etwas rockiger. In der Mitte der Halle war der eigentliche „Konzertraum“ der aussah wie eine Art Pool im Raum mit Tribühnen dahinter…schwer in Worten zu beschreiben. Leider blieben die „i think 800 people“ aus…aber immerhin waren so 150-180 Leute gekommen. Da die Qualität der spielenden Bands sich in Grenzen hielt gingen wir erst mal vor die Tür um uns mit Chips, Bier und Cola einzudecken.
Das coole an der show: Santos liegt am Meer, direkt auf der anderen Straßenseite des Clubs war es auch schon zu sehen. Das uncoole: das Wetter sagt ca. 10 Grad und Wind…man fühlte sich eher wie auf Sylt im März als in Brasilien. Doch auch das hielt uns nicht ab an den Strand zu gehen um einige Bilder und Videos aufzunehmen, wir waren ja froh auf dieser Tour überhaupt mal das Meer zu sehen…hätte einem ja zu Hause keiner geglaubt.
Zurück im Club erst mal die häusliche Cocktailkarte durchprobiert und darauf gewartet dass wir dran sind. Cartman war irgendwie mega sauer und diskutierte mit dem Veranstalter, irgendwas war wohl mit dem Slot nicht korrekt und wir hatten uns schon fast damit abgefunden dass wir wohl heute doch nicht spielen werden…aber nunja, ich nenne es immer das „brasilianische bla bla“, die reden viel und am Ende klappt es doch irgendwie. So war es auch diesmal wieder, 30 Minuten später standen die Jungs auf der Bühne und checkten den Sound. Der war heute guter brasilianischer Durchschnitt. Nachdem der erste Song gespielt war merkte man deutlich dass auch dem Publikum der qualitative Unterschied im Line-up auffiel (wobei die Band vor uns eigentlich ganz gut war). Die Traube von Menschen versammelte sich vor der Bühne, es wurde getanzt, gemosht und sogar gestagedived. Immer wieder schlagen die portugiesischen Sätze die sich Samuel und David angelernt haben ein wie die Bombe, aber kein Wunder…Beispielsätze sind „Deine Muschi stinkt nach Fisch“ oder „Ich habe einen kleinen Penis“…ausgesprochen in einem wahrscheinlich grottigen deutschbrasilianischem Akzent. Die Stimmung war auf jeden Fall super und der Merchsstand war gut besucht.
Nach der Show schauten wir uns dann noch eine Band an (Name vergessen) bevor Rancore als Headliner spielten. Die waren echt sehr cool und rockten das Haus! Wir packten den Merch ein und machten uns auf den Heimweg, kurzer Stop bei Mäcces und ab ins Bett. morgen wieder offday…das ist ein Lotterleben hier…

16.09. Und schon wieder ein Offday…. mit Mexican Food

September 26, 2010

Heute hab ich einen neuen Rekord im lange Schlafen aufgestellt. Als ich wach wurde hab ch erstmal 2 stunden mit meiner liebsten geskypt. Sie ist danach schlafen gegangen, ich bin aufgestanden! 5 Stunden Zeitverschiebung sind irgendwie doc mehr, als man denkt.

Danach duschen und fertig machen für Batos mittlerweile dritte Geburtstagsparty! Das ist die Party, von der auch Batos Freundin was weiss, die anderen male hat er lieber ohne sie gefeiert und ihr erzählt, er hätte keine Zeit!

Es gibt Mexikanisches Essen, all you can eat! Das hab ich auch getan. Ich hab jetzt noch so den Bauch voll, trotz mehrerer Toilettengänge (ich schreibe das hier einen Tag später). Aber sehr lecker war es schon! Die Location dafür war ein ziemlich cooles „Studio“ …irgendwie heißt hier alles Studio, naja es war ein Gebäude mit 2 Proberäumen und einem Billard Tisch im Erdgeschoss und einer illegalen Bar wieder mit Billardtisch und Raucher Terasse in der oberen Etage, entweder durch Treppe oder Leiter zu erreichen. Im Erdgeschoss probte eine Band und alle Zuschauer hinter der Glaswand sangen fleißig mit. Auch Diego der ehemalige Gitarrist von No Lie war diesmal dabei und versuchte sich immer wieder im Schulenglisch 5. Klasse :-)

Nach dem Essen hab ich mich auf ein gemütliches Sofa vor dem Fernseher gesetzt und mir ein Frauen-Basketballspiel aus der WNBA angeschaut, die anderen aßen, tranken und unterhielten sich mit den Freunden von Bato und Cartman oder spielten Billard (Hier spielt man gerade gegen ungerade Nummern und das obwohl die verschiedenfarbigen Kugeln schwarz und weiß markiert sind…naja schwer zu verstehen…muss man gesehen haben) Das wars dann auch schon mit Party! Anschließend früh nach Hause und pennen. Das war mein kürzester Tag in Brasilien.

Morgen haben wir endlich ne Show! Hoffentlich!!

[Damian]

Zusatz Björn: Da das Auto mit der ersten Fuhre voll war blieb ich noch etwas länger und Cartman holte mich zur 2. Tour ab…war ja nicht so weit. In der Zeit habe ich dann noch einen schwulen Freund von Bato und Cartman kennengelernt der mir die ganze Zeit berichtete wie sehr er sich in Damian verliebt hatte, nachdem ich ihm dann sagte dass alle Deutschen einen kleinen Penis haben, erwiderte er : „No , it is not true, i made a research about german guys in the internet“, alles klar!  Er erzählte mir dass er nächstes Jahr nach Europa fährt und auch Deutschland besuchen will. Ich empfahl ihm Köln und brachte ihm noch „Willst Du mir einen blasen“ auf deutsch bei. Willkommen in Köln! Wir haben auch ein Video gemacht…vielleicht reichen wir das mal nach.

15.09. Santo Andre – Age of Dreams (Akustik Show)

September 17, 2010

Und heute morgen wieder die übliche Prozedur: aufstehen, einkaufen, frühstücken, Internet…achja heute war doch was. Am heutigen Tag kommt endlich nochmal was Action in die Bude; eine Akustiksession in einem Klamotteladen namens „Age of Dreams“ steht auf dem Plan. In diesem Laden haben wir uns letztes Jahr schon wohlgefühlt. Dieses Mal soll der 9qm Laden an Größe dazugewonnen haben. Offenbar hat die Mischung aus flippigen Kleidern und Bandmerchendise auch hier in Brasilien Erfolg.

Die Planung und Hinfahrt entpuppt sich wieder als eine kleine Odysee, aber immerhin kommen wir nach einer Stunde Gitarren-Abholing, durch-Sao-Paulo-Cruising und ins-Auto-Quetsching am besagten Store an.  Die Meute – bestehend aus ca. 50 Kids und Jugendlichen -  warten mittlerweile schon über zwei Stunden auf uns, wie wir vor Ort erfahren. Das tut uns natürlich sehr leid und wir beeilen uns direkt spielen zu können. Das erweist sich als etwas schwierig, denn die Instrumente, die uns zur Verfügung stehen, könnten eine Generalüberholung gut gebrauchen.  Stimmen wird hier zur Herausforderung; von Damians Problemen mit dem „Drumset“ – bestehend aus seinem Hocker, einem Kissen, einer Rassel und Davids Portemonnaie – mal ganz zu schweigen.

Das Lachen und die Freude der Jugendlichen entschädigt mal wieder für alles und die Stimmung geht direkt steil, als wir unter Applaus anfangen zu spielen.

Die meisten Besucher sind junge Skater/innen, die uns letzten Jahr auf der Skateparkshow das erste Mal gesehen haben.

Im 30qm Laden ist es mittlerweile richtig heiß, aber trotzdem wird mitgeklatscht und mitgesungen (soweit man das bei den Deutschkentnissen sagen kann; an dieser Stelle ist es vielleicht auch mal angebracht einen kurzen Schlenker zu machen, und uns für unsere Sprachkentnisse in diesem Blog zu entschuldigen.). Nach jedem Song geht ein tosender Applaus durch die familiäre Gruppe. Das ist genau so ein Moment, den ich meine, wenn in Interviews gefragt wird, ob es mehr Spaß vor einer großen Menge oder in einem kleinen Club zu spielen. Es kommt einfach auf die Atmosphäre an, und die stimmte in dem Klamottenladen in der Einkaufspassage einfach!

Am Ende unserer kleinen Akustikeinlage, heißt es wieder Fotos machen und Autogramme geben. Dabei werden wir auf eine Gruppe junger Musiker aufmerksam, die uns auch gerne ihre Band näher bringen möchten und sich kurzerhand die Instrumente schnappen, um uns ihr Können zu zeigen. Sehr coole Aktion!

Nach einigen Gruppenfotos war es wieder Zeit zu gehen. Okay ich habe mich noch überreden lassen in eine pinke Röhrenjeans zu quetschen (ich denke Mal soup wird diese fotos hier noch zeigen), aber ansonsten hatten wir einfach eine coole Zeit.

Also wieder Kram einpacken, „tschüss“ sagen und ab in die Karre gepresst.

Zu Hause angekommen, ging die übliche Abendplanung los. Ich habe mich – wie die letzten Tage auch – rausgetan und es mir in meiner Koje gemütlich gemacht. Soup wird euch berichten, wie es im sagenumwobenen „Vegas“ noch zur Sache ging.

Samuel.

jaaa das Vegas, bevor wir dort hinfuhren war erst mal wieder ein kleiner Zwischenstopp im bereits bekannten Studio angesagt, zwecks Orangen essen und Vorglühen. Das Vegas ist ein sehr stylischer Club in dem eine Mischung aus Rock, Techno und Dance Musik läuft. Es sind viele extrem hübsche Menschen anwesend und wir treffen die Jungs von der Band „Etna“ wieder mit der wir im letzten Jahr gespielt haben. Interessant auch der Raucherbereich, um hier reinzukommen steht man erst mal mindestens 15 Minuten vor einem Türsteher der ständig in sein Funkgerät labert. Kommt man dann an diesem vorbei geht es durch einen dunklen schwarz gesrichenen Gang zur nächsten Tür ,wieder mit Türsteher, dann ein dunkler Raum, noch ein dunkler Flur mit Türsteher und man ist im Raucherbereich, einem Raum mit einem Baum in der Mitte und ein paar Sitzgelegenheiten. Heißt: für jede Zigarette muss man 20 Minuten durch die Geisterbahn…so wenig hab ich noch nie geraucht.

Wir machten gut Party und um halb fünf ging es wieder mit dem Cartman Express zurück nach Sao Caetano, schöner Abend! Bitte mehr davon!

13.09 + 14.09. Offday, rumpimmeln

September 17, 2010

Am Montag und Dienstag waren wieder Offdays angesagt, es gibt nicht viel zu schreiben, Büro, Cartmans Bude, Sao Paulo Zentrum…hier wollen wir einfach ein paar Bilder sprechen lassen…..

12.09. Curitiba Hangar Bar

September 17, 2010

Nach dem grandiosen Abend gestern im Outs zusammen mit Sugar Kane wache ich heute schon deutlicher verkatertert auf, als die letzten Tage. Kann aber auch daran liegen, dass ich nur 4std gepennt hab. Buscall ist auf 10h angesetzt, und wie immer mache ich denselben Fehler und glaube tatsächlich daran. Ich quäle mich also vom Bett unter die Dusche und bin pünktlich um 9.45h abfahrbereit. Am Frühstückstisch chattet soup mich dann aus dem Studio von Sugar Kane an, dass noch kein Van in Sicht ist un sich die Sache noch hinziehen wird. Ich erinner mich daran, dass Soup und Damian nach dem Konzert noch ein bisschen auf die Piste gehen wollten, was sie offensichtlich wohl gemacht haben.

Abfahrt ist dann letzendlich gegen 11h, was ja noch gut im Rahmen ist. Vollgepackt und bis auf den letzten Platz ausgefüllt, heizt unser neuer Fahrer nun wieder gen Süden. Mir hat Nelson´s Fahrstil irgendwie besser gefallen, denn ab jetzt fährt der Tod in jeder Kurve wieder mit. Schlaftechnisch ists bei der Rappelei auch schwieriger, aber Dank letzter Nacht, falle ich dann doch immer wieder ins Traumland. Der Vorteil am neuen Fahrer ist, dass wir richtig flott vorran kommen.

Nach nur zwei kurzen Tankstellenstopps kommen wir in Curitiba an, holen noch irgendwo einen Amp ab und schon gehts ab in die Hangar Bar.

Vor dem Club warten schon viele Leute, die uns, als wir aus dem Van aussteigen, auch direkt herzlich begrüßen. Ich gehe mit Capile und meinem Bass in der Hand direkt Richtung Backstage, und bin sehr angetan von dem reichhaltigen Catering und der Eistruhe voller Kaltgetränke, die uns dort angeboten werden.

Der Club und die Bühne machen einen guten Eindruck, und auch der Sound, den ich von der ersten Band mitbekommen, macht Spaß. Die Vorfreude steigt.

Die restliche Zeit pendel ich zwischen Eistruhe (Bier holen und trinken) und Toilette (Bier wegbringen) hin und her. Unterwegs srechen mich immer wieder Besucher an, die Fotos machen wollen oder einfach nur ihre Deutschkenntnisse an den Mann bringen möchten. Die Zeit vergeht also wie im Flug.

Nach einem gewohnt harten Set unserer brasilianischen Halodris von No Lie packen wir unser Equipment und richten uns auf der großzügigen Bühne ein. Die ersten „Fans“ positionieren sich in der ersten Reihe und rufen uns irgendwelche Sätze zu. Ich konzentriere mich meinen Kram für die Show fertig zu machen, komme aber nicht umhin schon vor dem Konzert ein paar Plektren abzudrücken. Die sind hier echt sehr hartnäckig was das angeht.

Die Show an sich geht gut ab; alle machen gut mit und nach knapp 30min ist es auch schon wieder vorbei. Jetzt muss ich gucken, dass ich meinen Stuff wieder zusammengepackt bekomme, denn eine Horde Kids stürmt die Bühne, um ein paar Sachen abzustauben. Kurzzeitig kann ich Damian gar nicht sehen, der von Kids umlagert wird, die ihn um ein paar Sticks erleichtern. Auch der Weg von der Bühne zum Backstage it schwerer als sonst, denn alle zwei Meter möchte jemand ein Foto haben. Vor unserem Backstageraum steht schon den ganzen Abend ein Securitymann, der aufpasst, dass nur Bands oder von Bands eingeladenen Leute hineinkommen. Als dieser sieht, was für ein Andrang ist, und ich etwa damit kämpfe, meinen Bass und das Equipment sicher in den Backstage zu bekommen, greift er ein und versucht mir zu helfen. Dank ihm, geht dann alles etws geordneter zur Sache und ich kann mich auch mit den einzelnen Leuten ein paar Minuten unterhalten, bevor die Nächsten Fotos machen möchten. Nach dem ersten Sturm, geht es dann ach relaxed zu. Die ersten Bierchen werden gezischt und Sugar Kane sind schon bereit ihr Konzert zu starten. Auch bei Ihnen sind die ersten Reihen gut gefüllt und die Show ist richtig, richtig gut. An dieser Stelle möchte ich allen Lesern empfehlen, wenn Sugar Kane zusammen mit Thoughts Paint The Sky in wenigen Wochen durch Deutschland touren, euch UNBEDINGT ein Konzert der Jungs anzuschauen. Vier schnuckelige Jungs mit guten Songs, ungebremster Spielkraft und einem Drummer, der wirklich alles aus sich und dem Drumset rausholt! -> myspace.com/sugarkanemp3

Ich habe mir den restlichen Abend vom Merchstand aus reingezogen. Dort mit Bier bewaffnet ging der Abend superschnell rum. Berunkene Leute, nette Konversationen, viele Fotos…was will man mehr.

Nach dem Konzert war aber direkt Ende im Schuppen. Die Security hat mit Ausklang des letzten Akkordes direkt angefangen die Leute nach draußen zu befördern. Kaum zu glauben, dass es dennoch fast eine Stunde gedauert hat, bis die letzten – man muss schon sagen – Groupies aus dem Raum gebracht werden konnten. Sugar Kane sind hier keine Unbekannten.

Wir packen schnell ein, nehmen noch ein paar Souveniers in Form von alkoholischen Getränken mit und pflanzen uns in den Van. Es dauer natürlich etwas, bis alle Mann an Bord sind, und das Gruppenfoto darf auch nicht fehlen, aber letzendlich sind alle komplett im Van.

Ab jetzt kann ich mich nur noch daran erinnern, dass wir nch kurz einen Imbissstopp eingelegt haben und dann direkt nach Sao Paulo aufgebrochen sind. Nach ca. Einer Stunde war dann Pinkelpause angesagt und ich bin mit allen nach draußen um mich zu erleichtern. Ich hab etwas vor mich hingeträumt und gedöst, als ich auf einmal bemerkte, dass der Bus schon wieder weiterfuhr. Mir lief für einen Moment ein kalter Schauer über den Rücken, als ich mir ausmalte, was ich jetzt genau machen würde, auf einer verlassenen Straße im Nirgendwo mitten in Brasilien, allein, ohne Alles…als der Bus wieder anhielt, um mich wieder einzuladen. Es war kein schlechter Scherz gewesen, sondern sie haben mich schlichtweg vergessen. Nur Mel ist aufgefallen, das ihr Sitzpartner nicht da war – nochmal Glück gehabt.

Ab jezt einfach nur Augen zu und mit viel Gerappel bis Sao Paulo durchträumen.

11.09. Sao Paulo – Outs

September 17, 2010

Das „Outs“ liegt auf der Augusta Street. Das ist die Straße in Sao Paulo mit den ganzen Nachtclubs und allem Pipapo. Als wir gegen 24:00 ankommen, warten schon eine Gruppe von vllt 50 Leuten vor dem Club. Das fängt ja schonmal gut an!

In der Schlange treffen wir auch Fans vom letzten Jahr und unterhalten uns ein wenig. . Die Jungs von der hier zu Lande recht bekannten Band “Sugar Kane“  haben kurz zuvor noch im Hangar 110 gespielt, dort wo wir letztes Jahr unsere erste Brasilientour begonnen haben.  Gerade sind sie drinnen im Outs beim Soundcheck.

Heute wids fett! Super Sound im Club, das wird gerade deutlich. Und wie sich noch herausstellen sollte, darf ich das komplette Drum Equipment von Sugar Kane benutzen. Geil, kein Stress sondern Spielfreude pur! Das können Nicht-Drummer immer schwer nachvollziehen. Aber ist schon sehr geil, wenn alles so steht wie zu Hause, und das dann noch ohne Verrutschen! Herrlich! J

Der Club füllt sich langsam und unter den Besuchern sind einige Bekannte. Nach 2  lokalen Bands stehen wir dann auf der Bühne. Hütte voll, alle haben Spass, es wird eine super Show!

Was einigen vllt entgangen ist: Davids Sturz. Er ist irgendwie von mir aus gesehen rechts auf der Seite von der Bühne gefallen!  Im ersten Moment dachte ich: „das wars dann wohl!“ Ist aber nichts schlimmes passiert und wir spielen ganz normal weiter.

Sugar Kane machen live echt Laune, starke Band und nette Typen!

Nach der Show haben Soup und ich noch die Augusta Street unsicher gemacht. Bis wir irgendwann morgens am Haus der Sugar Kane Jungs waren. Von dort aus wurden wir dann mit dem Bus erst Richtung Cartmans Haus gebracht, um dort die Jungs einzusammeln und dann anschließend Richtung Curitiba aufzubrechen.

Aber halt! Das ist ja schon Sonntag und damit ein neuer Tourblog Eintrag…  ;-)

Für die Leute, die mich ein wenig besser kennen sei noch gesagt: Im Haus von Sugar Kane hab ich meinen Zipper liegen lassen! Das war Samstag. Ich schreibe diese Zeilen hier gerade am Donnerstag. Trotz mehrerer Versuche von allen Seiten hab ich meinen Zipper immer noch nicht wieder! Ich bin mal schwer gespannt! Einerseits ist es ja noch ein wenig hin bis wir Montag fliegen, andererseits sind wir hier in Chaos Brasilien und ich bin Cartman hilflos ausgeliefert

10.09. Medienmanipulation und wie ein Brasilianer eine Party plante

September 15, 2010

Heute ist Action angesagt, wir sollen eine Akustik Show für ein Internet TV Sender spielen und Abends gibt es eine Show in Sao Caetano in dem selben Studio wo wir letztes Jahr bereits geprobt haben,  Bato hat am Dienstag Geburtstag und feiert vor und Cartman liegt ziemlich viel daran die Party voll zu bekommen.

Aber erst das Übliche, deutsches Frühstück, Büro aufbauen, Internet etc. Cartman wollte heute früh aufstehen (8 Uhr hat er gesagt) um 13 Uhr war er dann wach und „arbeitete“ am Computer.  In der selben Zeit in der ich sämtliche Fotos hochlud und den Tourblog aktualisierte teilte er mir immer wieder den Zwischenstand der Gästeliste für den heutigen Abend mit, seine „Arbeit“ bestand quasi darin möglichst viele Mädels zu seiner Party zu bekommen…denn ich sah ihn nur mit Mädels chatten..

Gegen Nachmittag machten wir uns dann mit 6 Leuten in einem Auto auf zu der TV Station up.tv im nahegelegenen Santo Andre. Dort angekommen begrüßte uns bereits das Team, bestehend aus der ca. 50jährigen Moderatorin, einem Dolmetscher, einem Kerl mit geschminkten Augen, grünem Hut und einem Damenhandschuh (der für die Live Messages im Studio zuständig war) und einem ebenfalls verkleideten Mädel (oder läuft die immer so rum?) die wohl eine Sängerin von irgendeiner Band war…was sie genau dort machte wissen wir bis heute nicht.

Die Sendung soll um 18:30 Uhr starten und wird live im Internet und im lokalen Fernsehen übertragen…quasi center.tv in Brasilien. Das Studio war ein ziemlich kleiner Raum mit Stadtfototapete an der Wand (die sehr schief tapeziert war, siehe Foto). Christian und ich machten uns im Nebenraum am PC breit und verfolgten den Livestream.

Die ganze Sendung war eine einzige Freakshow, alleine über das T-Shirt hat die Moderatorin ca. 10 Minuten geredet, alles sehr lustig und seltsam. Es wurden 5 Songs als Akustik Versionen gespielt mit dem übelsten Sound den wir jemals in einer TV-Sendung hatten. Nach kurzer Studie der Webseite entdeckten Christian und ich, dass man direkt messages ins Studio schicken konnte welche die Moderatoren dann mit in die Sendung einbauten. Dies nutzten wir natürlich sofort um die Sendung …naja sagen wir „ein wenig aufzupeppen“ Unter vielen Pseudonymen schickten wir messages ins studio die auch immer promt verwendet wurden, so berichtete Adolf from Germany dass er bald zur größten Location in Deutschland, dem „Gecko“ in Dülmen kommen würde, Andrea aus Paranagua schrieb David, dass er seine Hose bei ihr vergessen hatte, Jennifer Rostock from Germany grüßte die Band und berichtete der größte Fan aus Deutschland zu sein (spätestens an dem Zeitpunkt merkten auch die Jungs dass wir unsere Finger im spiel hatten)

Noch nie habe ich bei einer TV Sendung so gelacht, ganz großartig! Neben unseren Kommentaren kamen allerdings auchnoch viele echte Fragen und Kommentare ins Studio, selbst von Leuten aus Kanada, Italien oder Chile, laut Aussage der TV Leute gab es noch nie so viele Reaktionen und wir sind wohl bisher „the best band“ , so kam es auch dass dies die erste Sendung seit ca. 3 Jahren war die um 25 Minuten überzogen wurde. Die ganze Sendung kann man sich unter : http://www.uptv.com.br/programas.php?video=1448 anschauen (es lohnt sich wirklich!)

Nach der TV Show ging es dann direkt ins Studio wo heute Abend Party/Konzert angesagt war. Dort warteten schon Bato und ein Kühlschrank voll gekühlten Getränken. Leider erschienen auf der Party nur ca. 70-80 Leute von Cartmans 206er Gästeliste aber trotdem war es eine gute Show. No Lie spielen vor uns und endlich kann man in dem kleinen Raum mal den Sound richtig wahrnehmen, die Band wird sich im November auf deutschen  Bühnen mit deutschen Soundanlagen erst so richtig entfalten denke ich.

Da Bato heute seinen Geburtstag vorfeierte durfte er heute einen No Lie Song mitsingen, sehr amüsant! Auch LFT rockten den Spiderman Raum des Studios, den Leuten gefiel es und alle waren glücklich. Der weitere Abend wurde mit alten Freunden verbracht, es wurde viel geschnackt und viel gefeiert bevor dann alle ins Bett fielen.

Soup


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.